SUPa Blog

Alles wichtige und Interessante, was ich als Stand Up Paddling Schule und Instruktor erlebe, versuche ich auch hier kurz und knackig zu bereichten.
Sei es Themen wie Equipment (SUP-Board, Paddle, Pumpen, usw.), bis hin zu eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen beim SUPen!

Gefahrenes SUP Equipment

  • Florian Passow
  • 07.06.2026
  • SUP Equipment

Welches SUP-Board und Paddel würde ich heute kaufen?
Meine Erfahrungen aus mehreren Jahren auf dem Wasser

Eine der häufigsten Fragen, die ich als SUP-Instruktor gestellt bekomme, lautet:

„Welches Board kannst du empfehlen?“

Die Antwort darauf ist leider nicht ganz so einfach. Denn das perfekte SUP-Board gibt es nicht.

In den vergangenen Jahren durfte ich zahlreiche Boards und Paddel fahren – sowohl als SUP-Instruktor als auch bei meinen privaten Touren. Darunter Allround-Boards, Touring-Boards sowie verschiedene Paddel aus Fiberglas und Carbon.

Dabei habe ich viel ausprobiert, einige Fehler gemacht und vor allem gelernt, worauf es beim Kauf wirklich ankommt.


Meine bisher gefahrenen SUP-Boards

Im Laufe der Zeit durfte ich unter anderem folgende Boards testen:

  • iRocker Allround 10'6" x 33"
  • Stemax Unlimited 2.0 10'6" x 32"
  • Stemax Nature 12'6" x 32" (aktuelles Board)
  • Lite Venture Ultra Light 12'2" x 30"
  • Starboard Touring Deluxe 12'6" x 30"
  • Starboard Touring Deluxe Lite 12'6" x 30"

Und diese Paddel habe ich genutzt

  • iRocker Fiberglas/Carbon
  • Stemax Fiberglas/Carbon
  • Lite Venture Carbon Touring
  • Starboard Lima Carbon (aktuelles Paddel)

Jedes dieser Produkte hatte seine Stärken und Schwächen. Dennoch haben sich über die Jahre einige klare Erkenntnisse herauskristallisiert.


Warum ich kein günstiges Discounter-Board kaufen würde

Gerade Einsteiger greifen häufig zu günstigen Komplettsets aus dem Discounter oder von großen Online-Marktplätzen.

Das wirkt zunächst attraktiv:

  • niedriger Preis
  • schnelle Verfügbarkeit
  • vermeintlich gutes Angebot

In der Praxis zeigt sich jedoch häufig ein anderes Bild.

Viele dieser Boards nutzen nach wie vor verklebte Rails statt moderner verschweißter Nähte. Dabei sind verschweißte Rails mittlerweile bei hochwertigen Herstellern Standard.

Die Vorteile:

  • höhere Haltbarkeit
  • geringeres Gewicht
  • weniger Materialermüdung
  • bessere Langzeitqualität

Wie wichtig das sein kann, durfte ich leider selbst erleben.

Bei meinem Stemax Unlimited 2.0 lösten sich die seitlichen Verklebungen. Glücklicherweise geschah dies innerhalb der Garantiezeit und das Board wurde ersetzt.

Seitdem achte ich besonders auf die Verarbeitung eines Boards.


Mein wichtigster Tipp: Erst testen, dann kaufen

Viele Einsteiger kaufen ihr erstes Board, bevor sie überhaupt wissen, welche Art von SUP ihnen langfristig Spaß macht.

Mein Rat:

Leiht Euch verschiedene Boards aus.

Viele Verleihstationen bieten Testmöglichkeiten an. Außerdem verkaufen viele Stationen regelmäßig ihre Vorführ- oder Vorjahresmodelle zu attraktiven Preisen.

Das spart Geld, reduziert unnötigen Konsum und verhindert Fehlkäufe.


Touring oder Allround? Meine klare Empfehlung

Wenn ich heute noch einmal ganz von vorne anfangen würde, würde ich direkt zu einem Touring-Board greifen.

Warum?

Weil Touring-Boards aus meiner Sicht die besseren Allrounder sind.

Sie bieten:

  • besseren Geradeauslauf
  • höhere Effizienz
  • mehr Geschwindigkeit bei gleichem Kraftaufwand
  • ausreichend Stabilität für Einsteiger
  • gute Toureneigenschaften

Viele Menschen glauben, dass Allround-Boards automatisch stabiler sind.

Meine Erfahrungen zeigen etwas anderes.

Ein Touring-Board mit einer Breite von 31 bis 33 Zoll bietet oft dieselbe Kippstabilität, gleitet aber deutlich angenehmer durchs Wasser.


Welche Boardgröße würde ich empfehlen?

Für die meisten Freizeitpaddler halte ich folgende Maße für ideal:

Länge:

  • 11'0" bis 12'6"

Je länger das Board, desto besser der Geradeauslauf.

Oder wie man im SUP-Bereich gerne sagt:

„Länge läuft.“

Breite:

  • 31" bis 33" für die meisten Paddler
  • 29" bis 30" für kleinere Personen bis etwa 165 cm Körpergröße

Gerade kleinere Personen profitieren oft von schmaleren Boards, da sie dadurch die Paddeltechnik sauberer ausführen können.


Das unterschätzte Ausrüstungsteil: Das Paddel

Während viele Käufer Stunden mit der Board-Auswahl verbringen, wird das Paddel oft nur nebenbei betrachtet.

Dabei beeinflusst kein anderes Ausrüstungsteil die Effizienz und den Komfort beim Paddeln so stark.

Besonders auf längeren Touren macht sich jedes eingesparte Gramm bemerkbar.


2-teilig oder 3-teilig?

Für Reisende kann ein dreiteiliges Paddel sinnvoll sein.

Ich persönlich bevorzuge jedoch zweiteilige Modelle.

Sie bieten für mich den besten Kompromiss aus:

  • geringem Gewicht
  • hoher Stabilität
  • verstellbarer Länge
  • gutem Packmaß

Carbon oder Fiberglas?

Meine Empfehlung lautet klar:

Mindestens ein Fiberglas-Carbon-Mix.

Noch besser:

Ein vollständiges Carbon-Paddel.

Wer maximale Performance sucht, kann zu Prepreg-Carbon greifen. Diese Paddel sind extrem leicht, bewegen sich preislich jedoch oft deutlich über 400 Euro, und sind oft nur 1-teilig erhältlich.

Mein aktuelles Starboard Lima Carbon begleitet mich mittlerweile auf jeder Tour und hat mich bisher absolut überzeugt.


Wie viel sollte man investieren?

Wer dauerhaft Freude am SUP haben möchte, sollte meiner Meinung nach nicht ausschließlich auf den günstigsten Preis achten.

Für ein solides Einsteiger-Set würde ich heute mindestens zwischen 500 und 600 Euro einplanen.

Noch besser ist es oft, Board und Paddel separat zu kaufen.

Warum?

Weil die meisten Komplettsets auf den Durchschnittsnutzer ausgelegt sind. Ein individuell ausgewähltes Paddel macht häufig einen größeren Unterschied als viele vermuten.


Mein Fazit

Nach vielen Jahren auf dem Wasser würde ich heute deutlich weniger auf Marketingbegriffe und deutlich mehr auf die tatsächlichen Eigenschaften eines Boards achten.

Ein hochwertiges Touring-Board mit verschweißten Rails und ein gutes Carbon-Paddel sind aus meiner Sicht für die meisten Freizeitpaddler die beste Investition.

Noch wichtiger als das Equipment ist jedoch die richtige Technik.

Deshalb empfehle ich jedem Einsteiger, einen Kurs bei einer zertifizierten SUP-Schule zu besuchen. Denn selbst das beste Board der Welt macht deutlich weniger Spaß, wenn die Grundlagen fehlen.

Mit der richtigen Ausrüstung und einer sauberen Technik steht entspannten Touren, sportlichen Trainingseinheiten und vielen Stunden auf dem Wasser nichts mehr im Weg. 🌊😎

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