SUPa Blog

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SUP bei kaltem Wasser: Was du anziehen solltest – und warum Baumwolle keine gute Idee ist!

  • Florian Passow
  • 05.11.2026
  • SUP Bekleidung

SUP bei kaltem Wasser: Was du anziehen solltest – und warum Baumwolle keine gute Idee ist

Sonnenschein, blauer Himmel und angenehme 18 Grad Lufttemperatur. Eigentlich perfektes SUP-Wetter, oder?

Nicht ganz. Denn während du am Ufer vielleicht schon im T-Shirt unterwegs bist, kann das Wasser noch ordentlich kalt sein.
Und wenn du dann vom Board ins Wasser fällst, merkst du ziemlich schnell, dass sich Frühling und Herbst auf dem SUP nicht immer wie Frühling und Herbst anfühlen.

Gerade beim Stand-Up-Paddling wird die Wassertemperatur gerne unterschätzt. Viele orientieren sich an der Lufttemperatur,
ziehen sich entsprechend leicht an und denken: „Wird schon passen.“

Bis es eben nicht mehr passt.

Beim SUP gilt: Kleide dich für die Wassertemperatur – nicht nur für das Wetter am Ufer!

In diesem Beitrag erfährst du, welche Kleidung bei kaltem Wasser sinnvoll ist, wann Neopren oder ein Trockenanzug infrage kommen,
warum Baumwolle auf dem Wasser nichts verloren hat und wie du dich auf einen unerwarteten Sturz vorbereitest.


1. Warum kaltes Wasser so gefährlich werden kann

Beginnen wir mit einer Tatsache, die viele unterschätzen: Wasser entzieht dem Körper Wärme wesentlich schneller als Luft.

Die DLRG weist darauf hin, dass Wasser Wärme etwa 25-mal besser leitet als Luft.
Das bedeutet: Selbst wenn du dich an Land bei 15 Grad noch relativ wohlfühlst, kann ein Sturz in 15 Grad kaltes Wasser eine völlig andere Belastung für deinen Körper darstellen.

Dabei gibt es nicht nur die Gefahr einer Unterkühlung. Besonders kritisch ist zunächst der sogenannte Kälteschock.

Was passiert bei einem Kälteschock?

Wenn dein Körper plötzlich mit kaltem Wasser in Kontakt kommt, reagiert er automatisch:

  • Du atmest möglicherweise reflexartig und unkontrolliert ein.
  • Deine Atmung kann stark beschleunigen.
  • Herzfrequenz und Blutdruck steigen.
  • Du kannst die Kontrolle über deine Atmung verlieren.
  • Panik und Orientierungslosigkeit können entstehen.

Das Problem: Wenn du in diesem Moment mit dem Gesicht unter Wasser gerätst oder Wasser einatmest, kann es sehr schnell lebensgefährlich werden.

Die Royal National Lifeboat Institution (RNLI) bezeichnet Wasser mit 15 °C und darunter als besonders kritisch im Hinblick auf einen Kälteschock.
Das ist allerdings keine magische Grenze: Auch bei höheren Temperaturen können ein unerwarteter Sturz, Wind, Erschöpfung und individuelle Faktoren gefährlich werden.

Kälteschock ist nicht gleich Unterkühlung

Hier muss man unterscheiden:

  • Kälteschock:
    Die unmittelbare Reaktion des Körpers auf plötzliches Eintauchen in kaltes Wasser. Sie kann innerhalb weniger Sekunden einsetzen.
  • Schwimmversagen:
    Durch Kälte verlieren Muskeln und Nerven zunehmend an Leistungsfähigkeit. Bewegungen werden unkoordiniert, die Kraft lässt nach und die Selbstrettung wird schwieriger.
  • Unterkühlung:
    Der Körper verliert mehr Wärme, als er produzieren kann. Die Körperkerntemperatur sinkt.
    Das kann zu Zittern, eingeschränkter Konzentration, Koordinationsproblemen und im weiteren Verlauf zu Bewusstseinsstörungen führen.

Du siehst: Es geht nicht nur darum, ob dir beim Paddeln etwas kühl wird. Es geht darum, ob du nach einem Sturz noch in der Lage bist, dich selbst zu retten.

Und genau deshalb ist die richtige Kleidung keine Frage der Bequemlichkeit, sondern ein wichtiger Teil deiner Sicherheitsausrüstung.


2. Die wichtigste Regel: Kleide dich nach der Wassertemperatur!

Ein typischer Fehler beim SUP im Frühjahr und Herbst ist die Orientierung an der Lufttemperatur.

Die Sonne scheint, das Thermometer zeigt 17 Grad und du denkst, dass ein dünnes Sportshirt vollkommen ausreicht.

Doch das Wasser kann zu dieser Jahreszeit noch deutlich kälter sein. Gerade Seen und Flüsse erwärmen sich nicht so schnell wie die Luft.

Deshalb solltest du vor jeder Tour folgende Faktoren berücksichtigen:

  • Wassertemperatur
  • Lufttemperatur
  • Wind und Windchill
  • Wetterentwicklung
  • Dauer und Entfernung deiner Tour
  • Wahrscheinlichkeit eines Sturzes
  • Eigene Erfahrung und körperliche Verfassung

Auch die Wasserwacht empfiehlt, die Kleidung an Luft- und Wassertemperatur anzupassen und sich dabei an der niedrigeren Temperatur zu orientieren.

SUPa-Merksatz:
Wenn du bei einem Sturz ins Wasser nicht ausreichend geschützt wärst, bist du möglicherweise auch für deine geplante Tour nicht passend angezogen.


3. Warum Baumwolle beim SUP eine schlechte Idee ist

Jetzt kommen wir zu einem meiner Lieblingsthemen: Baumwolle.

Das gemütliche Baumwollshirt, die Jogginghose oder der Hoodie sind an Land wunderbar. Auf dem SUP können sie allerdings zu einem echten Problem werden.

Warum?

Baumwolle nimmt viel Feuchtigkeit auf. Sie trocknet vergleichsweise langsam und verliert im nassen Zustand einen großen Teil ihrer isolierenden Wirkung.

Das bedeutet:

  • Der Stoff saugt sich mit Wasser voll.
  • Er bleibt lange feucht.
  • Er hält deine Körperwärme schlechter.
  • Wind und Verdunstung können dich zusätzlich auskühlen.

Gerade wenn du nach einem Sturz wieder auf dem Board bist, kann nasse Baumwollkleidung bei Wind dafür sorgen, dass du schnell weiter auskühlst.

Ein kleines Beispiel

Stell dir vor, du paddelst im Frühjahr bei 14 Grad Lufttemperatur und 9 Grad Wassertemperatur.

Du trägst:

  • ein Baumwollshirt,
  • eine Jogginghose,
  • darüber vielleicht noch einen Hoodie.

Nach einem Sturz bist du komplett nass. Du steigst wieder aufs Board, paddelst zurück und bist dem Wind ausgesetzt.

Deine Kleidung bleibt feucht, die Verdunstung entzieht deinem Körper Wärme und du kühlst zunehmend aus.

Nicht gerade die Art von Abenteuer, die man sich für einen schönen SUP-Ausflug wünscht.

Was ist besser als Baumwolle?

Greife lieber zu Materialien, die Feuchtigkeit transportieren, schnell trocknen oder auch im feuchten Zustand noch gut isolieren.


MaterialEigenschaftenEignung
BaumwolleSaugt Wasser auf, trocknet langsamBei kaltem Wasser ungeeignet
PolyesterTrocknet schnell, transportiert FeuchtigkeitGute Basisschicht
PolypropylenNimmt wenig Feuchtigkeit auf, trocknet schnellGute Basisschicht
MerinowolleKann auch feucht noch gut isolierenGute Wärmeisolation
FleeceWärmt und trocknet vergleichsweise schnellGute Isolationsschicht
NeoprenIsoliert durch eingeschlossene GasbläschenFür Wasserkontakt geeignet

Wichtig:
Auch Funktionskleidung macht dich nicht automatisch sicher. Entscheidend ist das gesamte Bekleidungssystem und die Frage, wie lange du dich im Wasser aufhalten könntest.


4. Warum Kleider oder Übergroße-Kleidung beim SUP fahren ein Gefahr in sich birgt - Nicht nur der Winter birgt gefahren bei der Bekleidung

Jetzt kommen wir zu einem weiteren Thema, welches ich schon des Öfteren gesehen habe: Kleider oder Übergroße-Kleidung.

Das mag hübsch anzusehen sein, sowohl an Land als auch auf dem Board. Auf dem SUP können sie noch OK sein, spätestens im Wasser kann das aber zu einem schwerwiegenden Problem werden.

Warum?

Das Schwimmen fällt schwer oder ist unmöglich, da sich die Füße und auch die Hände sich verfangen haben. Dies führt zu einer Panik und kann dazu führen, dass Du dich nicht über Wasser halten kannst.

Das bedeutet:

  • Der Stoff verfängt sich an dir.
  • Bewegung wird eingeschränkt.
  • Schwimmen wird erschwert oder unmöglich.
  • Gefahr des Ertrinkens.

Nicht gerade die Art von Abenteuer, die man sich für einen schönen SUP-Ausflug wünscht.


5. Neopren oder Trockenanzug – was ist besser?

Wenn das Wasser kalt wird, kommst du an zwei Begriffen kaum vorbei: Neopren und Trockenanzug.

Beide haben ihre Berechtigung, funktionieren aber unterschiedlich.

Neoprenanzug – hält dich auch im Wasser warm

Ein Neoprenanzug besteht aus geschäumtem Kautschuk mit vielen kleinen Gasbläschen. Diese sorgen für eine isolierende Wirkung.

Das Prinzip: Zwischen Haut und Neopren gelangt eine dünne Wasserschicht. Dein Körper erwärmt diese Schicht, und das Neopren verlangsamt den Wärmeverlust.

Vorteile:

  • Schützt auch bei direktem Wasserkontakt.
  • Bietet Wärmeisolation bei einem Sturz.
  • Ist in unterschiedlichen Stärken erhältlich.
  • Eignet sich je nach Modell und Bedingungen für viele Wassersportarten.

Nachteile:

  • Kann bei längeren Aufenthalten an Land unangenehm warm werden.
  • Schränkt bei schlechter Passform die Bewegungsfreiheit ein.
  • Isoliert je nach Stärke und Schnitt unterschiedlich gut.
  • Schützt nicht unbegrenzt vor Auskühlung.

Für SUP solltest du besonders auf Bewegungsfreiheit im Schulter- und Armbereich achten. Schließlich möchtest du paddeln und nicht gegen deinen eigenen Anzug kämpfen.

Trockenanzug – hält das Wasser draußen

Ein Trockenanzug verfolgt ein anderes Prinzip: Er soll verhindern, dass Wasser an deinen Körper gelangt.

Dafür besitzt er wasserdichte Materialien und spezielle Abschlüsse an Hals, Handgelenken und Füßen.

Darunter trägst du geeignete Funktions- und Isolationskleidung, die dich warm hält.

Vorteile:

  • Hält den Körper bei korrektem Einsatz weitgehend trocken.
  • Ermöglicht eine flexible Anpassung der darunter getragenen Kleidung.
  • Besonders interessant bei sehr kaltem Wasser.
  • Bietet Schutz, wenn ein längerer Wasserkontakt möglich ist.

Nachteile:

  • Höhere Anschaffungskosten.
  • Benötigt sorgfältige Pflege.
  • Muss richtig sitzen und korrekt verschlossen werden.
  • Die Wärmeleistung hängt stark von der darunter getragenen Kleidung ab.

Ein Trockenanzug ist also keine warme Jacke, die du einfach überziehst. Ohne passende Isolationsschichten darunter kann auch ein Trockenanzug unzureichend sein.

Was ist für SUP sinnvoll?

Das hängt von der Wassertemperatur, deinem Einsatzbereich und der Wahrscheinlichkeit eines Sturzes ab.

  • Bei regelmäßigem Wasserkontakt und moderaten Bedingungen kann ein passender Neoprenanzug sinnvoll sein.
  • Bei sehr kaltem Wasser und längeren Touren kann ein Trockenanzug mit geeigneter Unterbekleidung die bessere Wahl sein.
  • Bei Touren auf ruhigem Wasser, bei denen du nicht mit häufigem Wasserkontakt rechnest, kann ein anderes Schichtsystem infrage kommen – vorausgesetzt, du bist auch für einen unerwarteten Sturz ausreichend geschützt.

Wichtig:
Ein Trockenanzug ist kein Freifahrtschein. Auch mit ihm musst du die Bedingungen, deine Erfahrung und die Dauer einer möglichen Rettung berücksichtigen.


6. Das richtige Schichtsystem: So kleidest du dich sinnvoll

Nicht jede Kleidung muss gleichzeitig dick, schwer und warm sein. Viel sinnvoller ist ein Schichtsystem, bei dem jede Lage eine bestimmte Aufgabe übernimmt.

Schicht 1: Die Basisschicht

Die erste Schicht liegt direkt auf deiner Haut.

Ihre Aufgabe:

  • Feuchtigkeit vom Körper wegtransportieren.
  • Haut möglichst trocken halten.
  • Ein angenehmes Körperklima unterstützen.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Polyester-Funktionsshirts
  • Polypropylen-Unterwäsche
  • Merino-Funktionswäsche

Verzichte auf Baumwolle. Sie ist gemütlich auf dem Sofa, aber kein guter Begleiter bei kaltem Wasserkontakt.

Schicht 2: Die Isolationsschicht

Diese Schicht soll deine Körperwärme halten.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Fleece
  • Merinowolle
  • Spezielle Thermobekleidung

Je nach Außentemperatur und Bekleidungssystem kann diese Schicht unterschiedlich dick ausfallen.

Bei einem Neoprenanzug ist die Isolationsfunktion bereits teilweise im Anzug enthalten. Bei einem Trockenanzug ist die passende Unterbekleidung besonders wichtig.

Schicht 3: Die Schutzschicht

Die äußere Schicht schützt dich vor Wind, Spritzwasser und Regen.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Winddichte Paddeljacken
  • Wasserdichte und atmungsaktive Paddelbekleidung
  • Geeignete Trockenbekleidung

Gerade Wind kann auf dem Wasser schnell unangenehm werden. Auch wenn du dich beim Paddeln bewegst, kann der Fahrtwind deinen Körper deutlich auskühlen.

Achte darauf, dass deine Kleidung ausreichend Bewegungsfreiheit bietet und nicht unnötig Wasser aufnimmt.


7. Hände, Füße und Kopf nicht vergessen!

Viele denken beim Kälteschutz zuerst an den Oberkörper. Dabei werden Hände und Füße gerne vergessen.

Und genau die können dir eine Tour ziemlich vermiesen.

Neoprenschuhe und Neoprensocken

Deine Füße stehen beim SUP ständig in Kontakt mit dem Board und können durch Spritzwasser oder einen Sturz schnell auskühlen.

Je nach Bedingungen eignen sich:

Neoprensocken

Neoprenschuhe

Wassersportschuhe mit geeigneter Sohle

Achte darauf, dass du noch ausreichend Halt auf dem Board hast. Eine dicke Sohle, die rutscht, ist keine besonders clevere Kombination.

Neoprenhandschuhe

Bei kalten Temperaturen können Neoprenhandschuhe helfen, die Hände warm zu halten.

Allerdings solltest du darauf achten, dass du das Paddel noch sicher greifen kannst.

Zu dicke Handschuhe können die Beweglichkeit einschränken und die Kontrolle über das Paddel erschweren.

Mütze oder Neoprenhaube

Auch über den Kopf kann der Körper Wärme verlieren. Eine passende Mütze oder Neoprenhaube kann bei kalten Bedingungen sinnvoll sein.

Achte darauf, dass deine Sicht und dein Gehör nicht beeinträchtigt werden. Außerdem sollte die Kopfbedeckung im Wasser nicht zur zusätzlichen Gefahr werden.


8. Schwimmhilfe: Sie gehört dazu – ersetzt aber keine Kälteschutzkleidung

Ein weiterer Punkt, der mir besonders wichtig ist: Eine Schwimmhilfe ist keine Wärmekleidung.

Sie kann dir im Wasser entscheidenden Auftrieb geben und damit helfen, deine Atemwege über Wasser zu halten.

Sie verhindert aber weder einen Kälteschock noch eine Unterkühlung.

Deshalb solltest du zwei Dinge getrennt betrachten:

Auftrieb und Sicherheit:
Eine geeignete, korrekt sitzende Schwimmhilfe unterstützt dich im Wasser.

Wärmeschutz:
Deine Kleidung muss zu den Wasserbedingungen passen und dich vor Auskühlung schützen.

Beides gehört zusammen.

Achte bei der Schwimmhilfe auf die passende Größe, den vorgesehenen Einsatzbereich und die Herstellerangaben. Eine Schwimmhilfe ist außerdem nicht automatisch mit einer Rettungsweste gleichzusetzen.

Gerade bei kaltem Wasser solltest du nicht darauf vertrauen, dass du dich nach einem Sturz problemlos selbst retten kannst.


9. Was ziehe ich bei welcher Temperatur an?

Eine häufige Frage lautet: „Ab welcher Temperatur brauche ich eigentlich Neopren?“

Eine pauschale Antwort wäre unseriös. Denn 12 Grad Wassertemperatur können bei Wind, langer Tour und schlechter Ausrüstung deutlich gefährlicher sein als bei geschützten Bedingungen und kurzer Aufenthaltsdauer.

Die folgende Tabelle ist deshalb eine grobe Orientierung und keine Sicherheitsfreigabe.

BedingungenMögliche KleidungWichtiger Hinweis
Warmes Wasser und warme LuftFunktionskleidung, schnelltrocknende KleidungAuch im Sommer kann ein Sturz überraschend kalt sein
Warmere Luft, aber noch kühles Wasser

Funktionskleidung und je nach Risiko SUP-Neopren oder Trockenanzug

Nicht von der Lufttemperatur täuschen lassen
Kaltes Wasser und mäßige LufttemperaturPassender Neoprenanzug oder geeignetes TrockenbekleidungssystemRegelmässigem Wasserkontakt und Rückweg mit einplanen
Sehr kaltes Wasser, kalte Luft oder längere TourGeeigneter Trockenanzug mit Isolationsschichten oder passend dimensionierter KälteschutzNur mit entsprechender Erfahrung und Vorbereitung

Besonders wichtig:
Wenn du bei einem Sturz ins Wasser nicht ausreichend geschützt wärst, solltest du deine Tour überdenken.

Und wenn du noch wenig Erfahrung mit kaltem Wasser hast, ist es sinnvoll, zunächst auf geschützten Gewässern und mit erfahrenen Begleitern unterwegs zu sein.


10. Was tun, wenn du doch ins kalte Wasser fällst?

Auch mit guter Vorbereitung kann etwas schiefgehen. Deshalb solltest du wissen, wie du dich im Ernstfall verhältst.

  1. Ruhe bewahren und Atmung kontrollieren
    Der erste Kältereiz kann zu unkontrollierter Atmung führen. Versuche, nicht in Panik zu geraten. Halte deinen Kopf über Wasser und konzentriere dich darauf, deine Atmung wieder unter Kontrolle zu bekommen.
  2. Nicht sofort hektisch losschwimmen
    Die RNLI empfiehlt bei einem Kälteschock, zunächst ruhig zu bleiben und sich auf das Treibenlassen zu konzentrieren, bis sich die erste Atemreaktion beruhigt hat.
  3. Auftrieb sichern
    Nutze deine Schwimmhilfe und dein Board, wenn du es sicher erreichen kannst. Versuche nicht, unnötig Kraft zu verschwenden.
  4. So schnell wie möglich aus dem Wasser
    Sobald du deine Atmung kontrollieren kannst, solltest du dich in Sicherheit bringen und das Wasser verlassen. Eine Selbstrettung muss aber zu deinen Fähigkeiten und den Bedingungen passen.
  5. Nasse Kleidung wechseln und Wärme erhalten
    Nach dem Verlassen des Wassers:
  • Nasse Kleidung möglichst entfernen.
  • Abtrocknen.
  • Trockene, warme Kleidung anziehen.
  • Vor Wind schützen.
  • Bei Bewusstsein und schluckfähig warme, alkoholfreie Getränke anbieten.

Bei Anzeichen einer stärkeren Unterkühlung, beispielsweise zunehmender Verwirrtheit, deutlichen Koordinationsproblemen oder Bewusstseinsstörungen, muss der Rettungsdienst über 112 alarmiert werden.
Betroffene sollten möglichst schonend behandelt und vor weiterer Auskühlung geschützt werden.


11. Deine SUPa-Checkliste: Bin ich für kaltes Wasser richtig angezogen?

Bevor du bei kühleren Temperaturen aufs Wasser gehst, solltest du diese Punkte überprüfen.

Wetter und Wasser

[ ] Ich habe die aktuelle Wassertemperatur geprüft.

[ ] Ich kenne die Lufttemperatur und den Wind.

[ ] Ich habe die Wetterentwicklung berücksichtigt.

[ ] Ich habe meine Tour an die Bedingungen angepasst.

[ ] Ich weiß, wo ich im Notfall sicher ans Ufer komme.

Kleidung

[ ] Meine Kleidung ist für die Wassertemperatur geeignet.

[ ] Ich trage keine Baumwollkleidung als Basisschicht.

[ ] Ich habe geeignete Funktions- und Isolationskleidung.

[ ] Ich habe bei Bedarf einen passenden Neopren- oder Trockenanzug.

[ ] Hände, Füße und Kopf sind ausreichend geschützt.

[ ] Meine Kleidung schränkt mich beim Paddeln und bei der Selbstrettung nicht unnötig ein.

Sicherheit

[ ] Ich trage eine geeignete Schwimmhilfe.

[ ] Ich verwende ein für das Gewässer geeignetes Leash-System.

[ ] Ich habe ein wasserdicht verpacktes Mobiltelefon dabei.

[ ] Eine Person weiß, wo ich unterwegs bin und wann ich zurück sein möchte.

[ ] Ich habe trockene Wechselkleidung und eine Möglichkeit zum Aufwärmen dabei.

[ ] Ich kann mein Board nach einem Sturz wieder besteigen oder habe eine sichere Alternative.

Wenn du mehrere Punkte nicht abhaken kannst, solltest du deine Ausrüstung oder deine Tour noch einmal überdenken.


12. Mein persönlicher SUPa-Tipp: Lieber einmal zu warm angezogen als einmal zu wenig geschützt

Gerade im Frühjahr und Herbst sehe ich immer wieder, dass die Kleidung unterschätzt wird.

Die Sonne scheint, die Luft ist angenehm und schon wird im T-Shirt gepaddelt. Dabei kann das Wasser noch deutlich unter 10 Grad haben.

Ich selbst habe durch meine Erfahrungen im Rettungsschwimmen einen besonderen Respekt vor kaltem Wasser und nasser Kleidung entwickelt. Wer einmal erlebt hat, wie anstrengend Bewegung und Selbstrettung in nasser Kleidung sein können, betrachtet das Thema Kälteschutz anders.

Deshalb mein Rat:

Plane deine Kleidung immer so, dass du auch einen unerwarteten Sturz ins Wasser berücksichtigen kannst.

Das bedeutet nicht, dass jeder bei 15 Grad Lufttemperatur einen dicken Trockenanzug tragen muss. Es bedeutet aber, dass du ehrlich einschätzen solltest, wie kalt das Wasser ist, wie lange du unterwegs bist und wie gut du im Ernstfall geschützt bist.

Und bitte: Baumwollhoodie und Jogginghose sind keine geeignete Kälteschutzstrategie. Auch dann nicht, wenn sie gerade richtig gemütlich aussehen.


Fazit: Kaltes Wasser ist kein Grund, auf SUP zu verzichten – aber ein Grund, besser vorbereitet zu sein

Auch im Frühjahr, Herbst und Winter kann SUP richtig Spaß machen. Die Natur zeigt sich von einer anderen Seite, das Wasser ist oft ruhiger und auf dem Wasser ist weniger los.

Damit der Ausflug aber nicht zum unfreiwilligen Kältetest wird, solltest du deine Kleidung bewusst auswählen.

Merke dir:

  • Die Wassertemperatur ist wichtiger als die gefühlte Temperatur am Ufer.
  • Baumwolle hat bei kaltem Wasser nichts auf deiner Haut verloren.
  • Funktionskleidung, Neopren und Trockenanzüge haben unterschiedliche Aufgaben.
  • Eine Schwimmhilfe ersetzt keine Kälteschutzkleidung.
  • Deine Ausrüstung muss auch für einen unerwarteten Sturz geeignet sein.

SUPa-Merksatz:
Nicht das Wetter entscheidet, ob du richtig angezogen bist – sondern das, was passiert, wenn du im Wasser landest.

Also: Informieren, richtig anziehen und mit Köpfchen aufs Wasser. Dann steht auch einer schönen Tour in der kühleren Jahreszeit nichts im Weg.


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